Essen auf Rädern der Diakonie Achental wird jetzt unterstützt von Babara Döring


Barbara Döring aus Unterwössen im Chiemgau ist eine der ersten "Bufdis" – eine Freiwillige, die den neuen Bundesfreiwilligendienst absolviert. Die 53-Jährige Mutter erwachsener Kinder fährt demnächst bei der Diakonie "Essen auf Räder" aus – eine Aufgabe, die bisher Zivildienstleistende erledigt haben. Barbara Döring ist begeistert, dass der neue Bundesfreiwilligendienst nun auch älteren Menschen offen steht:

Für die Diplom-Kauffrau, die immer in Teilzeit gearbeitet hat, ist das nicht der erste Ausflug ins soziale Engagement: Jahrelang hat die Mutter von drei erwachsenen Söhnen in ihrer oberfränkischen Heimat Hof in der Kleiderkammer und bei der Lebensmittel-Tafel ehrenamtlich mitgeholfen, seit drei Jahren engagiert sie sich bei der Diakonie Achental im Besuchsdienst. Im Februar ist die Familie endgültig an den Chiemsee gezogen, und seither sucht Barbara Döring Arbeit. Um dem Arbeitsamt nicht auf der Tasche zu liegen, hat sie sich entschlossen, ihr Ehrenamt für ein halbes Jahr zum »Beruf« zu erheben - obwohl sie kurz nach dem Entschluss eine Stelle in einer Kanzlei angeboten bekommen hat. Die muss jetzt bis Januar warten, denn das »Essen auf Rädern« will Döring auf jeden Fall noch machen.

Michael Sörgel ist darüber froh: »Essen auf Rädern war bislang Sache der Zivis«, sagt der Diakon der evangelischen Gemeinde Marquartstein, zu der die Diakonie Achental gehört. Doch die Tage der Zivis sind gezählt: Durch die Aussetzung der Wehrpflicht entfällt ab 1. Juli auch der Zivildienst. Kein junger Mann muss mehr, weil er nicht Dienst an der Waffe tun will, im Sozialbereich arbeiten. Soziales Engagement ist jetzt freiwillig. An den Schulen der Region hat der Diakon kräftig die Werbetrommel für den BFD gerührt. Das Ergebnis war ernüchternd: »Es ist genau ein Interessent gekommen.« Und so wird der neue Dienst aus Sörgels derzeitiger Sicht wohl eher etwas für Ruheständler - oder für ältere Arbeitslose. »Der Bundesfreiwilligendienst ist mit Anerkennung verbunden, zudem muss der Arbeitslose sich nicht ständig auf dem Amt melden und kann sich 60 Euro Taschengeld dazuverdienen«, zählt er die Vorteile auf. Er ist zuversichtlich, das Essen auf Rädern im Achental durch den BFD aufrechterhalten zu können - auch wenn damit ein »Kulturwechsel« stattfindet: »Die jungen Burschen sind weg«, sagt er trocken.

Über die Zielgruppe des BFD hat sich auch Barbara Döring Gedanken gemacht - immerhin peilt das Bundesministerium dauerhaft 35.000 Freiwillige an. Doch wo sollen die herkommen, wenn der Zwang eines Zivildiensts wegfällt? »Es müssen ja Menschen sein, die auf Einkommen verzichten können - bei den Männern fallen mir da nur Vorruheständler ein«, sinniert sie. Obendrein gebe es bereits viele Menschen, die ihre Zeit in ein Ehrenamt stecken - warum sollten die sich plötzlich vertraglich binden? Auch das noch unklare Konzept von verpflichtenden Fortbildungstagen im BFD stößt der zupackenden Frau auf: Politische Bildung braucht sie nicht mehr, lieber würde sie etwas über Themen wie Demenz hören, die ihr in ihrem Dienst weiterhelfen.

Doch jetzt freut sich Barbara Döring erst mal auf ihren 20-Stunden-Job als Essens-Ausfahrerin. »Ich interessiere mich für Lebensgeschichten«, sagt sie, »man lernt dabei viel über die Menschen und bekommt persönlich ungeheuer viel zurück.«


Zitat Barbara Döring

 

"Motiviert hat mich meine Erfahrung im Ehrenamt, dass man für sich persönlich unglaublich viel zurück bekommt, sehr positive soziale Kontakte und Feedbacks hat. Ich habe mitbekommen, dass ein solcher Bundesfreiwilligendienst angedacht ist, und als dann gesagt wurde, dass das auch für mich als Fast-Grufti noch in Frage kommt, hat es bei mir gleich Klick gemacht, ich komme da mit vielen Menschen in Kontakt. Das reizt mich einfach."

 


Quelle: Sonntagsblatt Bayern // Aus dem Archiv der » Ausgabe 26/2011 «



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Essen auf Rädern

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